Isla Mujeres, Quintana Roo
Ich bin seit ein paar Tagen im Paradies gelandet, von daher tue ich mich schwer Zeit am Computer zu verbringen 🙂
Die letzten Tage in San Cristobal waren sehr ereignis- und aufschlussreich. Am Montag haben wir einen Ausflug zum Sumidero Canyon gemacht. Das ist eine Schlucht wo am hoechsten Punkt die Felswaende 1000m in die Hoehe ragen. Unten ist ein Stausee mit allerhand Krokodilen, die sich faul in der Sonne raekeln. Es war ein toller Ausflug und es ist echt extrem wie sich hier die Temperatur innerhalb von ein paar hundert Metern Hoehenunterschied aendert. Hier hat die Regenzeit eingesetzt, das heisst es regnet jeden nachmittag, manchmal hagelt es auch. Die Aktivitaeten beschraenken sich somit auf den vormittag. Ich habe Analia davon ueberzeugen koennen mit mir nach Oventik zu fahren, das ist eine Zapatista Gemeinde, also eine unabhaengige Zelle der EZLN. Ich wollte es einfach gerne mal kennenlernen und habe einen eher negativen Eindruck bekommen. Wir sind also nach Oventik gefahren, am Eingangstor wurden wir von einem maskierten Mann nach unseren Ausweisen gefragt und uns wurde Einlass gewaehrt. Danach mussten wir in eine Huette, vor uns 4 maskierte Maenner, die uns allerhand dumme Fragen gestellt haben. Danach mussten wir zur ´Junta´um eine Fotoerlaubnis einzuholen. Noch mehr Maskierte, noch mehr dumme Fragen. Eine der Damen hat uns dann ein bisschen ueber Oventik erzaehlt. Wirklich aufschlussreich war es nicht gerade, man hat fast den Eindruck gewonnen die wissen selbst nicht wirklich was sie da machen. Wir kamen uns vor wie im Zirkus, denn die Maskierung dient wohl eher einer Show als alles andere. Aber ein bisschen mulmig ist einem schon, denn schliesslich waren wir in einer Guerillazone und ich musste mir das Lachen ernsthaft verkneifen, schliesslich weiss man nicht wie die reagieren. Ich muss ihnen zugestehen, dass die Zapatistabewegung eine Verbesserung der Lebensqualitaet der indigenen Bevoelkerung gebracht hat, denn vor 15 Jahren gab es viel Presserummel und die Mexikanische Regierung war im Zugzwang. Heute ist wenigstens die Diskriminierung der Indigenas nicht mehr so wie einst und Strassen wurden auch gebaut. Und die Malerien auf den Huettenwaren auch beeindruckend. Aber was die Guerilla heute macht, das habe ich nicht erkennen koennen. Naja, ich bin froh dort gewesen zu sein, denn ich konnte mir meine eigene Meinung bilden und werde mich von der gloreichen Zapatista Propaganda nicht blenden lassen.
Am Tag darauf waren wir in 2 Maya Doerfern die die urspruengliche Kultur noch halbwegs praktizieren. Es war eine beeindruckende Erfahrung und ich habe viel ueber die Denkweise, Kultur und Schamanismus erfahren. Auch wenn die meissten Mayas mittlerweile Katholiken sind und Coca Cola als heiliges Getraenk erkoren haben, finde ich es toll, dass es solche Kulturen noch gibt und sie zumindest eine gewisse Urspruenglichkeit bewahrt haben.
Wir sind dann weiter nach Palenque zu den beruehmten Maya Ruinen. Dort haben wir in einem Ort names Panchal uebernachtet. Man koennte es recht gut als eine Art Dschungelcamp bezeichnen denn es waren winzige Huetten mitten im Urwald, Duschen im Freien und man ist auf Tuchfuehlung mit der hiesigen Fauna gekommen. In dem ´Camp´ waren allerhand sehr alternative Leute, hauptsaechlich Musiker und es gab jeden Abend Live Musik. Es konnte jeder der wollte auf die Buehne und es war ein interessanter Mix aus Reggae, Ska und Cumbia. Es wurde viel getanzt, es hat eigentlich nur noch das Lagerfeuer in der Mitte gefehlt um das Cliché zu erfuellen 😉
Die Ruinen von Palenque waren sehr beeindruckend. Es sind zahlreiche Pyramiden umzingelt von dichtem Urwald. Ganz in der Naehe haben wir auch einen Wasserfall endeckt in dem man baden konnte. Uebersetzt heisst der Ort ´Koeniginnenbad´und wir haben uns wirklich wie Koeniginnen gefuehlt, denn es war ein sehr spezieller Ort. An einem vormittag haben wir ploetzlich lautes Geschrei hoch oben in den Baeumen gehoert und prompt eine kleine Affenfamilie gesehen. Toll!
Nach 3 sehr schoenen Tagen sind wir mit einem schrecklichen Bus ueber Nacht nach Cancún gefahren. Es war die schlimmste Busfahrt meines Lebens. Wir haben uns fuer die guentigere Variante entschieden (hier gibt es immer Busse erster und zweiter Klasse). AnalÃa meinte noch im Scherz wir werden mit Huehnern reisen fuer den Preis und es hat tatsaechlich nicht viel gefehlt. Zumindest hat es gestunken wie im Viehstall. Aber was solls, was beschwere ich mich. Wenn ich guenstig reisen will, muss ich mich mit solchen Sachen abfinden und mir ein Laecheln bewahren – aber 14 Stunden waren durchaus eine Tortur.
Von Cancún bin ich direkt mit dem Boot auf die Isla Mujeres gefahren und bin total geblendet vor Schoenheit. Es ist schon fast absurd, dass es socleh Orte ueberhaupt gibt. Es sieht hier aus wie auf den verboten schoenen Bildschirmschonern. Das Hostel ist super angenehm und ein sehr interessantert Mix von Leuten. Es gibt viele Argentinier die hier schon fast dauerhaft leben und zusammen mit ein paar Maedels aus Griechenland und einem Jamaikaner musizieren. Ich habe definitv meine grosse Liebe zu handgemachter Musik entdeckt und vorgestern angefangen Gitarre zu lernen. Nich einfach und definitiv eine Sache die sehr sehr viel Uebung und Geduld bedarf. Aber ich habe mir vorgenommen es so lange zu probieren bis es halbwegs klappt. Morgen fahre ich zurueck nach Cancún und werde Julia von Flughafen abholen. Wir werden dann gemeinsam die naechsten 3 Wochen die Halbinsel erkunden – ich freu mich drauf. Mit Freunden unterwegs sein ist zur Abwechslung auch mal schoen, auch wenn ich die letzten Wochen ja stets Begleitung hatte.
Fotos hochladen hat heute leider wegen der YTechnik nicht geklappt, aber ich will euch ja auch nicht allzu neidisch machen haha. Ich probieren morgen nochmal mein Glueck…
7 replies on “Paradise found…”
danke fuer deinen Berich, wir bedeinen Dich
Süße, viel Spass die nächsten Wochen mit Julia!! Bussi
Halloechen Schwesterherz!
Immer wieder schoen, von dir zu lesen…..wir beneiden dich auch (allerdings nicht fuer die Busfahrt ;-))! Vielen Dank auch fuer deine Karte!
Hannah hat jetzt die Windpocken…sieht aus wie ein Streuselkuchen.
Viele liebe Gruesse
Viele Grüße von uns allen meine Maus.
Genieße weiterhin deine spannende Reise und pass gut auf dich auf.
Hab dich lieb.
Deine Chris
hi anne, das klingt wiedermal alles sehr spannend… vielen dank auch für die karte! liebe grüße und bis bald
wo bleibt denn meine Karte??? *fg*
Danke für die Karte meine Maus. Tom hat sich auch gefreut.
Pass auf dich auf!
Christiane+Familie