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Es weihnachtet so gar nicht…

30 Grad und Sonnenschein. Kein Weihnachten für mich dieses Jahr. Um dieser Stimmung etwas entgegenzuwirken, habe ich gestern kurzentschlossen ein Lebkuchenhaus gebacken.

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Zugegeben – es ist nicht das allerschönste, aber für den ersten Versuch finde ich es recht gelungen. Für die Kolumbianer ist es ganz was Neues und sie finden es den wohl schönsten Keks der Welt 🙂 Mauricio und July, meine fleißigen Helfer, wollten mir erst garnicht glauben, dass so etwas überhaupt funktioniert.

Schade nur, dass wir es nicht hinstellen können, sondern in einem Beutel lagern müssen – an die Kakalaken hatte ich nicht gedacht 😉

Am Samstag geht es in karibische Gefilde, die Familie von Felipe hat ein Haus in Cartagena, da werden wir es uns erstmal richtig gut gehen lassen 🙂

Ein Frohes Fest euch allen!

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Tierra Querida

Nun hab ich endlich etwas mehr Zeit um ausfuehrlicher zu berichten. Also fange ich am besten mal am Anfang an…

Am Donnerstag nachmittag (den 30. November) bin ich mit July, Moni, Jeff und Pedro los gefahren Richtung Bogotá. Wir sind extra einen Tag frueher los um sicher zu gehen, dass wir das Konzert am Freitag abend nicht verpassen – man weiss ja nie.

Nachdem wir ein paar Stunden durch das wunderschoene oestliche Antioquia gefahren sind, kamen wir in einem Tal an, in dem ich zum ersten Mal eine richtige tropische Hitze erlebt habe. Vorbei an der Hacienda von Pablo Escobar und weiter Richtung Cundinamarca. Puenktlich zur Daemmerung und auch noch im heissesten Ort auf der gesamten Strecke hat der kleine Mazda aufgegeben und wir hatten mitten in der Pampa einen Motorschaden.

Wir, die wir alle rein garnichts von Autos verstehen, standen also da. Es war dunkel, es war heiss und niemand kam auf die Idee anzuhalten und zu fragen ob er vielleicht helfen koennte. Eine halbe Stunde spaeter hatte jemand Erbarmen und hat uns geholfen. Waehrend die Herren zwei Stunden am Auto gebastelt haben, wurde ich von den Muecken zerfleischt. Man sagt auch, die Muecken haben hier Zaehne. Ich kann das bestaetigen. Das Auto wieder halbwegs flott und wir sind weiter gefahren.

Circa eine Stunde spaeter, fing das ganze von vorne an. Auto tot, July mit leichter Lebensmittelvergiftung. Es blieb uns nichts anderes uebrig als in einem Dorf namens Honda zu uebernachten. Ein Dorf wie es im Buche steht. Eine sehr merkwürdige Atmosphäre liegt in der Luft. Es ist heiss.

Zu fuenft in einem Zimmer, aber immerhin hat die Nacht jeden nur einen Euro gekostet.

Am naechsten Tag, das Auto endlich repariert, wir wollen unsere Sachen aus dem Zimmer holen – geht die Tuer nicht mehr auf. Nach ueber einer Stunde Verzweiflung und hoffnunglosem probieren kam der Besitzer und machte uns die Tuer mit einem Handgriff auf…wir kamen uns ziemlich daemlich vor.

Auf der Weiterfahrt machte das Auto schon wieder schlapp. Also haben wir gewartet und es spaeter nochmal probiert, es sprang an und lief dann auch bis Bogotá, allerdings nur ohne anzuhalten. An jeder Ampel haben wir gehofft und gebetet. Auf der Autobahn haetten wir fast einen Leguan ueberfahren, aber der war zum Glueck schneller als wir.

Apropos Autobahn – ein reinstes Vergnügen 😉

Aus den geplanten 8 Stunden sind also 30 geworden und wir haben es gerade noch so zum Konzert geschafft. Das war uebrigens toll, wenn wir auch alle ziemlich kaputt waren. Es ist kalt in Bogotá.

Am Samstag habe ich Raùl getroffen und er hat mich und Moni durch das Zentrum gefuehrt. Im Gold Museum waren wir auch. Wirklich beeindruckend.

Am Sonntag bin ich dann mit dem Bus in den Norden gefahren und wurde herzlichst von Felipe begruesst. Wir haben uns 3 Tage gemeinsam die Stadt angeschaut, es war ein tolles Wiedersehen. Er war sehr froh nach 3 Jahren endlich wieder in Bogotá zu sein und ich habe viele Freunde und Familie kennengelernt.

Bogotá ist so kontrastreich wie wohl kaum eine andere Stadt. Hier gibt es den Praesidentenpalast und 2 Blocks weiter eines der schlimmsten Armenviertel und eine der wohl gefaehrlichsten Strassen der Welt. Das haben wir auch am eigenem Leib erfahren. Wir standen an der Ampel, zwischen tausenden von Autos und ploetzlich versuchte eine merkwuerdige Gestalt uns den Blinker abzumontieren. Wir haben ihn gefragt was das soll, er riss uns den Seitenspiegel ab und rann weg. Willkommen in der Realitaet.

Bogotá ist eine wunderbare Stadt. Sie ist verrueckt, laut, chaotisch, wunderschoen, ausgesprochen haesslich, arm, und doch so reich. Es ist alles auf einmal, so paradox, so liebenswuerdig und doch zerreisst sie einen innerlich. Es ist ein Monstrum, aber ich habe mich dort sehr wohl gefuehlt. Das lag aber sicherlich auch daran, dass ich sie durch Felipe’s Augen sehen durfte.

Ich habe die Stadt mit einem Hauch Sentimentalitaet verlassen, ich waere gerne noch geblieben, und war doch froh ihr zu entkommen. Die Fotos vom ersten Teil der Reise kommen später, die sind auf Felipe’s Computer in Bogotá.

Am Mittwoch bin ich nach Manizales gefahren und Alina, Criss und ich haben uns am naechsten Tag eine Finca in Chinchina angeschaut, dort wo der angeblich beste Kaffee der Welt produziert wird. Ich muss zugeben, ich habe noch nie besseren Kaffee getrunken. Es ist interessant wie das alles produziert wird und Kaffeebohnen vom Strauch schmecken übrigens wie Zucker.

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Im Bus nach Chinchina, das Dorf (ziemlich hässlich) und das Trocknen von Kaffeebohnen.

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Am nächsten Tag haben wir unsere Tour in die Höhen der Anden gemacht (siehe letzter Beitrag).

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Die wenigen, die es bis auf 5140m geschafft haben und echter kolumbianischer Schnee, für Criss übrigens ganz was Neues.

Am nächsten Tag sind wir mit dem Bus weiter nach Salento gefahren, ein kleines, hübsches, verschlafenes Dorf etwas weiter südlich. Hier ist es als wäre die Zeit stehen geblieben. Ganz wunderbar, aber nach ein paar Tagen reicht es auch, denn man kann wirklich nichts machen außer wandern. Das haben wir auch getan und zwar zum Valle de Cocora, ein Tal übersäht mit riesigen Palmen, ich glaube einzigartig. Was für ein Anblick!
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Eine Riesenspinne (tellergroß), eine Baby-Tarantel und eine tote Schlange haben wir auch gesehen. Wir haben zufällig auch eine Extrem-Tour durch den Dschungel gemacht. Wir sind einen Tag einfach ein bisschen Richtung Tal gelaufen und haben einen Einheimischen gefragt ob es nicht zufällig einen Wasserfall in der Nähe gäbe. Der war ganz überrascht, weil es einen gibt, den aber niemand kennt weil er auf einem Privatgrundstück ist. Er hat und den Weg zu dem Besitzer beschrieben und gesagt wir sollten doch einfach mal fragen.

Bei dem Haus angekommen, fing es an zu regnen. Wir wurden sofort in das Haus eingeladen, haben Kaffee getrunken und Platano mit Käse gegessen (alles aus eigener Produktion). Das sind noch richtige Selbstversorger.

Nach dem Regen sollten wir dem Herren des Hauses folgen um uns den Wasserfall anzuschauen. Ich hatte mich schon gefragt warum er eine Machete mitnimmt, aber die Frage hat sich auch bald erübrigt. Es gab keinen Weg. Purer Dschungel. Die Erde nass, die Steine glitschig, der Hang sehr steil.

Er schlug uns also einen Weg frei und wir haben uns förmlich von Pflanze zu Pflanze gehangelt. Wir hatten wirklich Angst. Vor allem weil sich jede Pflanze an der ich mich zwischenzeitlich festgehalten habe, jederzeit eine Schlange hätte sein können.

Der Wasserfall war hübsch, aber der eigentliche Weg dahin stellt sich als die extremste Wanderung meines Lebens heraus. Im Nachhinein wars toll, dass wir es gemacht haben, aber zwischendurch wurde mir schon wirklich anders. Danach sahen wir drei auch sehr abenteuerlich aus 🙂
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Am nächsten Tag ging es zurück nach Medellín und wir waren mit meinen Leuten lecker Pasta essen und haben uns die berühmten Weihnachtslichter angeschaut. Auf dem Foto sieht es leider lange nicht so beeindruckend aus. Die können schon wirklich übertreiben hier…

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Am nächsten Tag ging es mit Amalia (einer sehr netten Israelin, die ich in Salento kennegelernt habe) nach El Penol auf den Guatape Felsen. Das ist ein 200m hoher Felsen, der dem Zuckerhut sehr ähnlich sieht. Von dort aus ist der Ausblick einfach fantastisch.

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Am Freitag ist unser gesamtes Büro umgezogen und ich gleich mit. Wir haben jetzt also ein ganzes Haus: unten Büro, oben Wohnung. Alles ganz wunderbar! Im Moment gibt es noch viel zu tun, ich freue mich sehr auf die kommenden paar Monate. Arbeit von zuhause aus – es könnte garnicht besser sein!

Seid lieb gegrüßt!

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5140m ueber Null

Ich hab es getan und ich habs ueberlebt 😉

Gestern: Vorbereitung auf die Hoehenluft. Wir sollten 10 Liter Wasser trinken und uns den ganzen Tag mit Schokolade vollstopfen. Das mit der Schoki hat geklappt 😉 aber nach 5 Litern habe ich irgendwann aufgegeben.

Heute frueh um acht ging es dann los. Zuerst Haben wir auf 4000m angehalten und kurz gefruehstuckt um uns halbwegs an die Hoehe zu gewoehnen. Dann wurden wir auf 4800m abgesetzt und sind dann die letzten 340 Hoehenmeter gelaufen. Was fuer ein merkwuerdiges Gefuehl. Kopfschmerzen, leichte Schwindelanfaelle und ueberhaupt keine Kontrolle ueber den Koerper. In dieser Hoehe laeuft alles nur noch in Zeitlupe ab. Fuer den Weg von etwas ueber einem Kilometer haben wir gute zwei Stunden gebraucht. Es geht aber wirklich nicht schneller. Man kann es nicht beeinflussen. Wir haben auf jeden Fall gut durchgehalten, denn von 14 Leuten sind nur 6 auf die 5140 Meter gekommen. Die meisten sind schon am Anfang fast umgekippt. Wir hatten auch einige Momente in denen wir am liebsten aufgegeben haetten, aber wir sind tapfer geblieben!

Auf dem Abstieg hat es ordentlich geschneit, ja kolumbianischer Schnee! Waere es uns nicht so uebel und kalt gewesen, haette man fast meinen koennen es kommt ein bisschen Weihnachtsstimmung auf. 

Alles weitere gibts spaeter, wollte nur von meinem Erfolgserlebnis berichten, ich glaube es hat sich einiges Adrenalin in meinem Blut angestaut 😉

Ahoi und bis bald!

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Bogotá City

Ich bin schon seit 5 Tagen in Bogotá und bin ziemlich beeindruckt. Diese Stadt kann man nicht gleichgueltig verlassen, man hasst oder liebt sie. Was fuer ein hoffnungloses Chaos hier! Ich habe in der kurzen Zeit sehr viel gesehen und erlebt, allein die Anreise war ein Erlebnis an sich. Einen ausfuehrlichen Bericht gibt es wenn es die Zeit erlaubt. Heute nachmittag geht es im Bus Richtung Manizales und morgen dann auf 5000m Hoehe in den Parque de Los Nevados.

Viele Gruesse, ich meld mich bald wieder!

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Ich packe meine Sachen…

Ab morgen abend bin ich erst einmal knapp zwei Wochen unterwegs. Am Donnerstag abend gehts im Bus Richtung Bogotá. Man stelle sich vor 14 Stunden für 400 km, aber was solls fliegen ist zu teuer. Am Freitag abend gehe ich mit meinen Kollegen auf ein Ladytron Konzert und danach machen wir uns ein nettes Wochenende – mal sehen ob die Höhenlage (2,600 m) Einfluss auf den Alkoholverzehr hat 😉

Am Sonntag treffe ich dann Felipe und bleibe bis Dienstag in Bogotá, danach treffe ich Alina, meine Nachbarin aus Gehren (die Welt ist so klein) und wir pendeln zusammen eine Woche durch die Zona Cafetera.

Macht euch also bitte keine Sorgen wenn ich eine Weile nicht online bin, zur Not gibts ja auch noch Telefon. Obwohl ich nicht denke, dass der Handyempfang in den ländlichen Gebieten so berauschend ist. Also immer locker bleiben 😉

Adió

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Pueblito Paisa

Gestern war ich mit Sergio und Liz beim Italiener essen und danach sind wir spontan noch ein bisschen durch die Stadt gefahren. Zuerst waren wir im Pueblito Paisa, ein nachgebautes koloniales Dorf mitten in der Stadt und danach sind wir durch Prado gefahren. Das ist ein alter Stadtteil im Zentrum mit wunderschönen kolonialen Häusern, aber leider sehr unsicher.

Wir wollten uns aber gerne das Haus vom Bürgermeister anschauen – eines der schönsten in ganz Medellín. Die Strasse war gesperrt und von Polizisten bewacht. Wir dachten uns was solls und haben die Polizisten gefragt ob es sicher wäre das kurze Stück zu laufen. Sie sagten ja und schon hatten wir den wohl sichersten Touri-Führer der Welt an unserer Seite. Zwei von ihnen haben unser Auto bewacht und die anderen zwei sind mit uns gelaufen und haben uns alles ausführlich erklärt. Ich kam mir vor als wäre ich im falschen Film. An sich hat die kolumbianische Polizei einen miserablen Ruf – aber so nette Polizisten hab ich noch nicht erlebt…außer vielleicht zur WM in Köln 😉 Eine etwas andere Sight-Seeing Tour…

Das Foto Shooting am Freitag ist übrigens sehr gut gelaufen. Wir haben 13 Stunden durchgearbeitet – mein erster Produktions-Assi Job. Sehr interessant, aber auch wirklich anstrengend. Model würde ich nicht sein wollen, glaubt mir das ist ein Knochenjob. Den Samstag haben wir bis Mitternacht die Fotos retuschiert, Sonntag bis abends um acht. Aber alles ist rechtzeitig fertig geworden, die Kunden scheinen zufrieden. So zufrieden, dass sie uns für eine Produktion im März buchen wollen – und ratet mal wo! Jamaika! Yeah Baby…Ob ich da allerdings mit kann ist fraglich, aber ich werde einfach mal optimistisch sein.

Wer die Fotos von der Produktion sehen will (sehr empfehlenswert 🙂 ) der kann sie sich im Netz anschauen: www.trendypose.com — dort im Portfolio ist ein Teil namens Photo. Die Produktion heisst V del Sol. Viel Spaß!

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Weltuntergangsstimmung

Gerade hatten wir ein unglaubliches Unwetter. Die Strasse hat sich innerhalb von 5 Minuten in einen reißenden Fluss verwandelt und es sind riesige Hagelkörner vom Himmel gekommen. Es sah fast aus als hätte es geschneit. Dazu richtig kräftiger Wind. Uns ist ein Stück Dach davon geflogen – klingt schlimmer als es ist, aber Küche und Treppenhaus wurden ordentlich bewässert. Das Studio in dem wir morgen die Fotos machen (2 Etagen unterhalb vom Büro) stand kurzzeitig unter Wasser, wir versuchen das heute abend alles wieder hinzukriegen. Was für ein Chaos!

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Das Bild habe ich in einem Artikel vom National Geographic gefunden. In dem Artikel wird Medellín leider sehr negativ beschrieben, denn es ist lange nicht so gefährlich wie alle denken.

Aber schlimm genug ist es trotzdem.

Einer Bekannten haben sie letzte Nacht das gesamte Büro ausgeräumt. Das gemeine ist, dass sie nicht nur Computer und andere Wertsachen geklaut haben, sondern sämtliche Unterlagen dazu.

Zuhause haben wir neuerdings unseren privaten Exhibitionisten. Stellt sich jeden Abend vor unseren Balkon und hofft, dass wir ihm Aufmerksamkeit schenken – Auch nett.

Ansonsten ist alles bestens. Mich hat der Kulturschock etwas eingeholt, aber das ist nicht weiter schlimm. Ab jetzt kanns nur noch bergauf gehen 😉

Im Büro ist Stress angesagt (endlich auch mal für mich). Wir bereiten gerade ein Foto-Set vor, morgen dann das Shooting, am Wochenende Fotos bearbeiten und Montag soll alles fertig sein. An sich ein Ding der Unmöglichkeit, aber wir werden unser Bestes geben.

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Prost!

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Por la Carretera

Dieses Wochenende haben wir wieder auf der Finca verbracht. Wir sind Freitag abend los gefahren – geplant war um 6, los gekommen sind wir kurz nach 9. Eine knappe Stunde Fahrt und wir wurden gleich zwei mal angehalten. Zur kurzen Erklärung: auf den Landstraßen stehen hier circa jeden Kilometer Militärs um die Straßen zu sichern. Die Kolumbianer fühlen sich dadurch wesentlich sicherer, ich habe mich noch nicht daran gewöhnt alle paar Minuten schwer bewaffnete Soldaten zu sehen. Das geht auch nicht weg wenn man 1000 Kalaschnikovs gesehen hat. Ich bin eben durch und durch Pazifist. Aber ich habe es mir abgewöhnt zu starren. Diesbezüglich wurde ich nämlich gleich am Flughafen in Bogotá von Raul zurecht gewiesen, als ich es mir nicht verkneifen konnte die Polizisten zu mustern und wir uns fast eine Komplett-Filzung eingehandelt hätten.

Wir wurden also das erste Mal angehalten, der Typ wollte uns erzählen Marcela’s Ausweis wäre abgelaufen und hat erbittert versucht uns irgendwelche Probleme anzudichten. Marcela hat sehr lange mit ihm diskutiert – in ruhigem Ton – versteht sich. Was macht man auch sonst wenn man ein Maschinengewehr anschaut. Im Endeffekt wollte der Mann nur Geld und hat deshalb versucht irgendwelche Probleme zu erfinden. Bekommen hat er aber nichts 😉

Wir dachten das wärs erstmal und keine zehn Minuten später wurden wir schon wieder angehalten! Diesmal musste Jeff aussteigen, wurde ordentlich gefilzt und unser Kofferraum auch. Dann durften wir zum Glück weiter fahren.

Am Samstag haben wir uns einen netten Tag am Pool gemacht und abends Marcela’s Geburtstag gefeiert. Mit Fondue und Tequila. Es war eine gute Party, obwohl nur zu sechst. Die Mädels haben mir beigebracht zu Vallenato zu tanzen (oder zumindest versucht es mir beizubringen). Der Tequila hat mir den schlimmsten Kater meines Lebens verpasst und wir haben alle den halben Sonntag im Bett verbracht. Den Rest des Wochenendes haben wir am Pool verbracht und ich habe ordentlich viel Mandarinensaft gemacht. Die haben mich schon alle ausgelacht, aber ich muss es ja nutzen wenn man schon mal frisches Obst vor seiner Nase hat. Ich habe also gut 200 Mandarinen ausgepresst (nicht nur für mich) und dann herrlich geschlemmt. Was für ein Genuss!

Lustige Tiere gibt es hier auch. Auf dem Land sollte man keine Angst vor Viehzeug haben, denn es gibt unglaublich viel davon, vor allem weil die Häuser größtenteils ohne Fensterscheiben gebaut sind. Mich fasziniert ja die Artenvielfalt. Die lustigsten Käfer sag ich euch! Dann gibt es hier noch Super-Ameisen. Die sind ungefähr 2cm groß, beißen tun zum Glück nur die mit rotem Kopf. Liz hatte eine Echse in ihrem Bett, wohl eines der schönsten Tiere die ich jemals gesehen habe. Sie war ungefähr einen Zentimeter groß, alles filigran ausgebildet und hatte eine samtartige blau-grau gefleckte Haut. Sah aus wie eine Kreuzung aus Krokodil und Hai aber eben im Miniaturformat. Wir hatten auch irgendein Vieh im Schlafzimmer, so groß wie meine Hand und angeblich sticht es. Wir sind es zum Glück los geworden, sonst hätte ich keine ruhige Nacht verbracht. Ach und eine Menge Fledermäuse gibt es auch. Schlangen und giftige Spinnen sind mir zum Glück nicht begegnet. Es reicht zu wissen, dass es sie gibt.

Auf dem Weg zurück nach Medellín hatten wir einen Schutzengel. Wir befinden uns in einem geologisch unstabilen Gebiet, entlang der Landstraße liegt überall Schutt herum weil sich immer wieder Felsen und Erde lösen. Bei uns dürfte man solche Straßen garnicht befahren – hier sind es Hauptverkehrsadern. Auf jeden Fall gab es 5 Autos vor uns einen riesigen Erdrutsch. 10 Sekunden später und es hätte uns erwischt und das Schlimmste ist, dass neben uns ein vollbesetzter Bus fuhr. Ich denke nicht, dass es Verletzte gab, aber wir haben alle einen ordentlichen Schrecken bekommen.

Alles in allem ein erlebnisreiches Wochenende und ich freue mich darauf bald endlich mehr von Kolumbien zu erkunden!

Hasta Luego!

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Erreichbar

Ich habe es endlich auch geschafft mir eine Handy Nummer zuzulegen. Man glaubt es kaum wie lang hier alles dauern kann, und vor allem wie schnell man sich anpasst 😉

Hier also meine Nummer: +573012393288 auch wenn ich kaum glaube dass jemand vor hat mich anzurufen, wo man doch so schön übers Internet telefonieren kann. Über SMS freu ich mich trotzdem 😉 aber hauptsächlich dient es als Sicherheitsmaßnahme und zu eurer Beruhigung wenn ich mal eine Weile nicht online bin.

Adió!