Hier ein paar Eindrücke von der Hochzeit, aber sind leider nicht meine Fotos 😉
Das Brautpaar, Ich, Sara, Marciela & July
Das TrendyPose Team + Caro und Pedro; Ich, Pedro, Pipe; Fiesta!
Und Liz, die den Brautstrauß gefangen hat 😉
Hasta Lluego!
Am Donnerstag war der Verkaufsstart der T-Shirts der Mi Sangre Stiftung, entworfen von July und Monica 🙂 Die Pressekonferenz war sehr gut besucht, sämtliche Tageszeitungen und Fernsehsender Kolumbiens waren anwesend und es scheint als verkaufen sich die T-Shirts wie warme Semmeln. Bisher kann man sie nur in Kolumbien kaufen, aber es gibt schon sehr viele Anfragen aus dem Ausland. Das freut uns alle sehr, nicht nur weil es die Designs von TrendyPose sind, sondern weil das ganze für einen guten Zweck ist. Die Website der Stiftung gibt es bislang leider nur auf Spanisch, aber wir arbeiten daran, dass es sie bald auch auf Englisch und Deutsch gibt. Deshalb werde ich kurz mal beschreiben worum es geht:
Die Stiftung wurde von Juanes ins Leben gerufen um den Opfern von Landminen in Kolumbien zu helfen und vor allem um die Weltöffentlichkeit auf die Problematik aufmerksam zu machen. Die Statistiken sind sehr traurig. Kolumbien hat die weltweit höchste Landminendichte, gefolgt von Afghanistan und Tschechenien. Allen voran das hiesige Antioquia. Laut Schätzungen sind 59% des gesamten Landes minenverseucht.
Kolumbien ist das einzige Land in Lateinamerika in dem Landminen systematisch angewandt werden um die Landbevölkerung zu vertreiben und die Coca Felder der Guerillas vor unerwünschtem Besuch zu schützen. Im Schnitt werden 3 Menschen pro Tag Opfer. Es betrifft fast ausschließlich die Zivilbevölkerung, meist Frauen und Kinder, und sämtliche Opfer leben unterhalb der Armutsgrenze.
Die Stiftung versucht die Landbevölkerung zu informieren, und den Opfern die soziale Re-integration zu ermöglichen. Falls jemand von euch gerade einen Euro zuviel in der Tasche hat, wisst ihr jetzt was ihr damit anfangen könnt 😉 Letzte Woche ist eine Spende von €1000 von einer Fangemeinde von Juanes aus Deutschland eingegangen – ihr glaubt nicht wie die sich gefreut haben. Das sind gute 3 Millionen Pesos, damit kann man hier unglaublich viel anfangen. Da ich niemanden zu beschenken habe dieses Weihnachten werde ich wohl auch meinen Beitrag leisten.
So, wer das jetzt gelesen hat, dem danke ich für die Aufmerksamkeit
🙂
Thursday was the launch event of the T-Shirts that July and Monica designed for the Mi Sangre Foundation. There were plenty of people at the press conference including all of the national media and it seems as the shirts are selling well. So far they are only sold in Colombia, but there are many international requests already. We are very happy for that, not only because it is design by TrendyPose but because it serves a good purpose. So far, the site of the foundation is only in Spanish but we are working hard to have it in English and German soon. So, I will shortly describe what the foundation is all about:
It was founded by Juanes to help the victims of landmines in Colombia and to tell the world about the existing problems. The statistics are very sad. Colombia is the world’s most affected country by landmines, followed by Afganistan and Chechenia, Antioquia is the most affected department of all. It is estimated that 59% of the whole country are contaminated by landmines.
Colombia is the only Latin American country where landmines are used systematically to force the rural population to leave their homes or to keep uninvited guests away from the coca plantations of the guerilla. On average there are 3 victims per day, most of them civilians, pre-dominately women and children, and all of them live below the poverty line.
The foundation tries to educate the people and help the re-integration of the victims. So, if one of you happens to have an extra Dollar in their pockets, you know what to do 😉 And since I don’t have anyone to give gifts this Christmas, I will do my share.
For all who have read this, thanks for your attention 🙂
Adio’
Anne
Das Klima ist perfekt und ich bin trotzdem krank geworden. Mein Trost ist, dass es allen anderen auch so geht. So sitzen wir hier alle schniefend und hustend im Büro. Eigentlich eine recht witzige Szene…
Die Hochzeit war toll! Es war keine traditionelle kolumbianische Hochzeit – July und Jeff sind allerdings auch etwas anders 😉 Gefeiert wurde in einer Finca in den Bergen, mit Pool, Palmen, Papageien und allem drum und dran. Wunderschön, ich glaube an so einem Ort wünscht sich jeder zu heiraten. Getraut wurden die beiden von ihrem besten Freund, alles war extrem chaotisch aber lustig.
Übrigens fängt hier eine Hochzeit normalerweise erst abends an, so spart man sich Nerven und Geld 😉 Eine sehr wirkungsvolle Methode seine Gäste möglichst schnell in sehr gute Laune zu versetzen ist es, ihnen reichlich Alkohol zu servieren und mit dem Essen zu warten. Die Leute haben alle sehr gut gefeiert. Fotos gibt es später, meine Kamera spinnt leider rum. Mal ist der Himmel lila, mal grün und manchmal hab ich auch sehr hübsche Streifen auf meinen Bildern. Sehr sehr ärgerlich, aber zur Zeit leider nicht zu ändern.
Ich habe beschlossen hier nach und nach ein bisschen mit Vorurteilen ueber Kolumbien aufzuraumen – fangen wir beim Kaffee an. Er schmeckt furchtbar. Und das meine ich ernst. Meine Vermutungen haben sich bestaetigt und ein scheint wirklich so zu sein, dass saemtliche gute Kaffeebohnen exportiert werden und der ganze andere Mist bleibt hier im Land und den Einheimischen zum Verzehr bestimmt. Man glaubt es kaum, aber hier gibt es fast ausschliesslich loeslichen Kaffee zu kaufen und der Koffeingehalt ist fraglich. Und das wo ich ich eine knappe Stunde von der Zona Cafetera entfernt wohne, dem zweitgroessten Anbaugebiet auf der Welt! Schade eigentlich, aber man kann es ja verstehen. Mit Kaffee laesst sich gutes Geld verdienen. Ihr trinkt also daheim die schoenen Kaffeebohnen, die bei mir um die Ecke angebaut werden und ich darf mich mit dem Rest zufrieden geben. Aber naja, es gibt ja noch das viele tolle Obst. Gestern habe ich Lulu Saft getrunken. Ganz was tolles.
So, muss noch ein bisschen was arbeiten…
Bis denn dann!
Der Kolumbianische Präsident hat die diplomatischen Verhandlungen mit der Guerilla abgebrochen. Und wieder einmal ist die Hoffnung auf Frieden dahin. Die Verhandlungen bezüglich eines Gefangenenaustauschs waren sehr weit fortgeschritten, wäre da nicht ein Bombenanschlag der FARC am Donnerstag gewesen. Nun bittet Uribe die Schweiz, Frankreich und Spanien um militärische statt diplomatische Mithilfe. Der hat einfach nichts kapiert…
Am Wochenende war ich ordentlich weg, am Freitag abend mit Caro ins Zentrum gefahren um in eine Salsa Bar zu gehen. Wir haben uns erstmal ordentlich verlaufen, und das obwohl sie sich hier eigentlich auskennen sollte 😉 So ganz sicher war das ganze bestimmt nicht, denn dass Zentrum wird nach Einbruch der Dunkelheit etwas heikel, naja eigentlich alles hier.
Aber gerade das fand ich sehr interessant, man bekommt mal wieder einen ganz anderen Blickwinkel, auch wenn es eben die Armut ist, die einem am meisten im Gedächtnis hängen bleibt. Aber damit muss man sich früher oder später abfinden und einen gewissen Abstand dazu finden, sonst wird man damit nicht mehr fertig.
Wir sind schliesslich im Parque Periodista gelandet, der berüchtigste Park von MedellÃn, mit einem Haufen alternativer Leute, Punks, und Straßenmusiker. Das Verhältnis von Zivilisten und Polizei würde ich mal grob auf 2:1 schätzen. Die waren wirklich überall und das bis auf die Zähne bewaffnet. Auch von denen hält man sich lieber fern, nix mit Freund und Helfer – aber das kann man ja selbst in Deutschland nicht wirklich behaupten.
Am Samstag war ich mit meinen Kollegen und Freuden auf einer ‘underground’ Party. Hier in Kolumbien findet man keine Clubs mit elektronischer Musik, deshalb gibt es ab und zu Partys in irgendwelchen Abrissbuden von denen man nur über Mundpropaganda weiss und dementsprechend ‘exklusiv’ ist auch das Publikum. Sehr harte elektronische Musik, extreme Dunkelheit und die Leute haben ordentlich gefeiert – diejenigen denen das etwas sagt – es fühlte sich an wie JoueJoue 2001, nur ohne Glitter und Glamour 😉
So langsam finde ich mich auch halbwegs zurecht in der Stadt, naja wirklich nur halbwegs. Aber immerhin, ich würde alleine nach hause finden und das ist ja erstmal das wichtigste. Mit dem Spanisch geht es auch voran, ich kann also nicht mehr ganz so leicht verarscht werden…
Jetzt sitze ich wieder im Büro, habe zur Zeit keine wirkliche Aufgabe, denn alle anderen sind im Stress, bräuchten einen Designer, damit kann ich leider nicht dienen. Irgendetwas werde ich schon zu tun finden 🙂
Für diejenigen die sich ein besseres Bild von MedellÃn bzw. Kolumbien machen wollen, schaut mal hier rein und geht auf den Link vom ZDF Auslandsjournal (vom 09.08.2006):
http://artists.universal-music.de/juanes/
Adiooo!
Gleich geht es auf das langersehnte Manu Chao Konzert…ich bin gespannt!
Going to the Manu Chao concert very soon…
Dieses Wochenende war ich nun endlich zum ersten Mal tagsüber im Zentrum von MedellÃn! Dorthin zu gelangen war allerdings alles andere als einfach. Hier regnet es unaufhörlich, so das am Samstag die ganze Stadt unter Wasser stand. Teilweise war das Wasser auf den Strassen kniehoch, deshalb haben wir für das kurze Stück fast eine Stunde gebraucht. Selbst die Einheimischen haben soetwas in MedellÃn noch nie erlebt – und ich hatte meine Kamera nicht dabei! Sehr ärgerlich.
Dann waren wir endlich da – El Hueco – wörtlich das Loch von MedellÃn. Es ist eigentlich kaum in Worten zu erfassen was sich dort abspielt. Es ist ein riesiger Markt im Herzen der Stadt, mit tausenden von Menschen, und ein Warenangebot vom Feinsten. Dort werde ich auf jeden Fall noch einmal ordentlich einkaufen gehen. Es gibt alles – Obst, Klamotten bishin zu Schildkröten und Papageien und das zu traumhaften Preisen. Letzteres finde ich nicht in Ordnung, aber exotische Tiere werden nur verkauft, weil es Idioten gibt, die solche kaufen.
Das ganze ist nichts für schwache Nerven. Man drängt sich Schulter an Schulter durch die Menschenmenge, es ist bunt, dreckig und sehr laut. Aber irgendwie charmant. Das ist das richtige Kolumbien, alles was ich bisher gesehen habe waren die reicheren Viertel und deshalb verfälscht. Wie gerne würde ich euch Fotos zeigen, aber es ist nicht gerade ratsam die Kamera dorthin mitzunehmen, geschweige denn auszupacken und drauf los zu knipsen. Das beste ist es garnichts an sich zu tragen, zumal man mir ja auch aus 100 Meter Entfernung ansieht, dass ich nicht von hier bin. Und die allgemeine Meinung über Ausländer ist, dass sie steinreich sind – im gewissen Sinne stimmt das ja auch. Irgendwann werde ich dort auch Fotos schiessen, ich kann einfach nicht anders, aber da möchte ich einen starken Mann an meiner Seite wissen.
Die Allgegenwart der Armut hier ist schon komisch. Man kann sie überall sehen, aber es ist als leben zwei Welten nebeneinander her. Fast habe ich mich daran gewöhnt jeden Tag an den ganzen Obdachlosen vorbeizulaufen, aber es wird einem schon anders wenn man kleine, abgemagerte Kinder auf der Strasse schlafen sieht. Das Schlimme ist, dass man ihnen nichts geben kann. Wie man hier so schön sagt – no dar Papaya. Gibt man eins, gibt man unfreiwillig mehr. Ausserdem ist es üblich, dass Mütter ihre Kinder ausleihen um in reicheren Vierteln zu betteln. Traurig aber wahr.
Soviel zur Anekdote des Tages. Trotz allem solltet ihr euch keine Sorgen machen, ich pass schon auf mich auf.
Hasta la vista!
…die deutschen Ämter wären schlimm. Ich musste gestern auf die Ausländerbehörde um meinen Kolumbianischen Perso zu beantragen. Als ich nach langem Warten endlich an der Reihe war, wollten sie mir erst erzählen ich käme zu spät. Man muss sich nämlich 15 Tage nach Einreise bei dem Amt melden, wir waren auch letzte Woche schon da, aber ich hatte nicht alle Papiere vollständig und die Dame sagte mir es sind 15 Arbeitstage. Die gute Frau von gestern meinte allerdings 15 Tage inklusive Wochenende und damit war ich zu spät.
Nach einigen Diskussionen war es dann doch okay und ich durfte also meine Papiere zeigen. Die Bearbeitung dieser hat sehr sehr lange gedauert, denn zwischendurch hat sie mit ungefähr 10 Leuten geschwatzt und alles im Ein-Finger-Suchsystem erst auf der Schreibmaschine, dann im Computer und dann noch mal auf der Schreibmaschine geschrieben. Der Sinn des ganzen bleibt mir schleierhaft.
Danach hieß es dann Fingerabdrücke machen. Alle Finger einzeln, beide Hände, dann nochmal alle Finger auf einmal und das ganze zwei mal. Danach sah ich aus wie Sau und zu alledem hatten sie keine Möglichkeit sich danach die Hände zu waschen. Ich habe mich gefühlt wie ein Schwerstverbrecher, ich habe nur drauf gewartet, dass sie mir Blut nehmen wollen um sicher zu gehen, dass meine Blutgruppe auch wirklich die ist, die auf dem Papier steht 😉
Nun ja, aber wenn alles gut geht, darf ich am Dienstag den Perso abholen, aber ich nehme an es wird nur ein provisorischer sein – wäre ja auch zu einfach 🙂
loco loco…