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Endlich geschafft

Heute hat Jeff endlich das Video fertig bekommen, an dem wir seit Monaten gebastelt haben. Es ist ein Musikvideo für Octavio Mesa, und alles enstand ohne jegliches Material. Die Plattenfirma von Juanes hat uns das Lied in die Hand gedrückt, uns gesagt das sie ein Video brauchen, Octavio aber leider im Krankenhaus liegt und wir weder Fotos noch Videoaufnahmen haben. Es gab keine weiteren Anhaltspunkte, also haben wir wie die Irren im Internet hunderte von Fotos zusammengesucht und Jeff hat aus Fotos ein animiertes Video gebaut, alles sieht aus wie Papierschnitt – einfach genial. Die Aufnahme wurde heute nach Bogota geschickt, jetzt warten wir nur noch auf die Reaktion von Universal Music, und natuerlich, dass es das Ding bald auf MTV (leider nur hier) zu sehen gibt. Wir sind in Partylaune, denn keiner hat daran geglaubt, dass alles rechtzeitig fertig wird. Vivaaaa!

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San Jeronimo

Am Wochenende war ich wieder einmal auf einer Finca, diesmal kannte ich allerdings keine einzige Person. Ein Freund hatte mich eingeladen, konnte dann allerdings selber nicht kommen. Ich bin trotzdem mit und hatte wirklich viel Spass. Allein die Busfahrt war schon sehr amüsant 🙂

Im Endeffekt waren wir 22 Leute und es gab acht Betten. Geschlafen wurde aber nicht viel, von daher war das kein Problem 😉 Es wurde wie immer sehr viel gelacht und getanzt – es ist schon unglaublich, die fangen hier teilweise schon morgens um zehn an Salsa zu tanzen. Es war extrem heiss, ich schätze mal um die 38 Grad, aber es gab einen Pool, man kann also gut damit leben. Fotos habe ich leider noch keine, meine Kamera will nicht mehr 🙁

Heute abend gehts mit meiner Mitbewohnerin Liz zu einer Stand-Up Comedy Show in einer der Unis und am Wochenende gehe ich hoffentlich nochmal ordentlich weg, so langsam rennt mir die Zeit davon…

Liebe Grüsse!

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Piñata Playera

Und schon wieder einmal Montag, die Zeit vergeht wirklich wie im Flug. Am Donnerstag war ich auf einer sehr interessanten Vollmondparty. Es war zwar kein Vollmond, aber das haelt ja keinen Kolumbianer davon ab ihn zu feiern ;-). Das ganze fand im Cementerio San Pedro statt – der wohl schoenste Friedhof, der mir bisher vor Augen gekommen ist. Es war eine Mischung aus Theater und Jazz gemischt mit kolumbianischen Beats, die Band nennt sich Puerto Candelaria. Alles war sehr humorvoll gestaltet und ueberhaupt nicht makaber, ich hatte wirklich einen tollen Abend.

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Am Freitag war ich mit Mauricio und anderen mir bis dahin unbekannten Leuten in diversen Studenten-Bars und am Samstag haben wir hier zuhause July´s Geburtstag nachgefeiert. Das Motto war Strandparty, wir haben das ganze Haus mit Blumen und Luftballons geschmueckt, unser bestes Strandoutfit angezogen und sehr viel exotisches Obst besorgt. Gefeiert haben wir von nachmittags um drei bis zur Morgendaemmerung. Die Geburtstagspartys von July sind beruechtigt fuer Exzesse und ich sage nur – Que Borrachera, der reinste Alkoholexzess. Es wurde die ganze Nacht getanzt und gesungen und ich habe gelernt Vallenato zu tanzen, das ist die kolumbianische Variante der Volksmusik, allerdings auch bei der Jugend sehr beliebt 😉

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Der Anblick des Hauses am morgen war schwer zu verkraften, wir haben uns immernoch nicht dazu aufraffen koennen das Chaos zu beseitigen.

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Ohne Worte…

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Kolumbien Projekt

Wie es scheint bin ich nicht die einzige Gringa (so werden wir Ausländer hier bezeichnet), die sich nach Medellín verirrt hat. So war ich letzte Woche mit André beim Italiener und habe wieder einmal allerhand neue interessante Eindrücke gewonnen. Wen es interessiert, der schaut sich einfach mal den Link zum Kolumbien Nachrichten Projekt an und wer Lust hat seinen nächsten Urlaub in Kolumbien zu verbringen, der schaut sich die Seite von Viventura an. Ich bin ja der Meinung Kolumbien wird sich in den nächsten Jahren mehr und mehr als Touristenziel herausputzen. Ich möchte hier ja auch nicht mehr weg 😉

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Ein Freitag im Buero

Zugegebenermassen bin ich zur Zeit ein ziemlicher Langweiler, ich gehe kaum weg und auch sonst passiert nicht viel wirklich spannendes in meinem Leben. Aber ich lasse es mir gut gehen und geniesse die Zeit mit meiner Hood 🙂

Heute z.B. sind wir alle nicht wirklich in der Lage uns zu konzentrieren und so haben wir schon mittags angefangen Bier zu trinken. So laesst sichs arbeiten…

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Mal wieder ein Lebenszeichen…

Nach langer Zeit mal wieder ein kleiner Bericht von meiner Seite. Ich hoffe der Sturm ueber Europa hat euch nicht zu sehr zugesetzt, selbst ich habe einen leichten Windhauch verspuert 😉

Ich stecke mitten im Arbeitsstress, mein Computer gibt wohl demnaechst endgueltig den Geist auf, die Festplatte hat sich schon verabschiedet. Ich habe endlich angefangen meine Final Thesis zu schreiben, es geht um nachhaltige Entwicklung und wie man diese in der Textilbranche hier in Medellin umsetzen kann. Das ganze laeuft in Zusammenarbeit mit einer Stiftung namens El Cinco. Die arbeiten mit Unternehmen zusammen, deren Mitarbeiter 1-5% von ihrem Gehalt spenden, und mit diesem Geld werden neue Unternehmen gegruendet. Ziel ist es Arbeitsplaetze zu schaffen um langfristig der Bevoelkerung ein besseres Leben zu ermoeglichen. Das ganze Konzept gleicht einer Kettenreaktion und sie haben schon einiges erreicht. Die Textilfabrik gibts schon, jetzt muessen wir uns nur noch den Rest einfallen lassen. Eventuell springt dabei auch ein Job raus, denn sie planen ein weiteres Projekt in Holland 🙂
Diese Woche haben wir viel zu tun, denn wir nehmen an der Colombiatex teil, das ist die groesste Textilmesse Amerikas, und versuchen natuerlich weitere Kunden fuer uns zu gewinnen. Ausserdem basteln wir an einem CD Cover (und Booklet) von einer Band aus Medellin, produziert von Juanes und das tolle ist, dass einige meiner Fotos wahrscheinlich verwendet werden. Dafuer war ich heute unterwegs…

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Zurück in der Zivilisation

Hallo Ihr Lieben!

Ich wünsche euch allen ein gesundes und erfolgreiches neues Jahr! Bisher bin ich leider nicht dazu gekommen zu berichten, denn ich war die letzten 3 Wochen unterwegs und fernab von Internet und Handyempfang. Ich hoffe ihr hattet ein frohes Weihnachtsfest und seid gut ins neue Jahr gerutscht.

Mein Weihnachten war das wohl komischste bisher. Ich war in Cartagena mit der gesamten Familie von Felipe. Ein karibisches Weihnachten mit 35 Grad und Meerblick, aber irgendwie wäre ich lieber daheim gewesen. Es waren circa 20 Leute und man kann es sich ungefähr so vorstellen wie die Anfangsszene von Kevin allein zu Haus. Das reinste Chaos. Es war schön, aber man feiert ja doch immer lieber mit der eigenen Familie.

Cartagena hat eine wunderschöne Altstadt, wirklich beeindruckend was die Spanier dort alles gebaut haben, bzw. haben bauen lassen. Sehr schöne Kolonialhäuser und einen überdimensionalen Schutzwall rund um die Altstadt. Man beachte, dass fast alles aus Koralle und Sklavenblut gebaut wurde. Man befindet sich dort in einem Ort voller Geschichte, und wäre es nicht so unglaublich schön, könnte man ganz schön traurig werden. Man müsste sich das Meer vorstellen, würden die ganzen Korallen noch leben, ganz zu schweigen von den Sklavenmärkten. Sämtliches Gold aus ganz Südamerika wurde damals in Cartagena verschifft, daher auch die beeindruckende Architektur.

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So haben wir eine ruhige Woche verbracht, bei der Hitze kann man auch nicht wirklich produktiv sein. Pünktlich zum Ende des Jahres, am 31. Dezember, habe ich den ersten Tauchgang meines Lebens absolviert, und zwar am 4. größten Korallenriff der Welt, circa eine Stunde von Cartagena entfernt. Nach anfänglichen Schwierigkeiten, war es im Endeffekt ein unglaubliches Erlebnis. Man betritt eine andere, wunderschöne Welt, umzingelt von tausenden Fischen aller Farben und Formen. Ich kann absolut nachvollziehen dass man süchtig danach wird.

Ins neue Jahr habe ich gut reingefeiert, war allerdings ziemlich kaputt und es ging daher etwas ruhiger zu. Das ist aber auch schön so, mich macht Silvester eigentlich eher sentimental weil einem vor Augen geführt wird wie schnell doch die Zeit vergeht. Nadine hat mir erzählt bei meinen Eltern gab es tolle Krapfen – die haben mir gefehlt.

Am 2. Januar sind wir dann mit einem Freund von Felipe Richtung Barranquilla gefahren. Zugegeben eine ziemlich hässliche und dreckige Stadt und eine mörderische Hitze. Man duscht, läuft in die Küche und möchte eigentlich gleich wieder duschen gehen. Früh am morgen sind wir weiter Richtung Santa Marta, haben dort 2 riesige Blöcke Eis gekauft und sind weiter in den Parque National Tayrona. Dort haben wir 8 unglaubliche Tage verbracht, fernab von Strassen, Strom, und Supermärkten. Geschlafen haben wir in Hängematten und sind jeden Tag sehr viel gelaufen – entweder durch den dichten Dschungel oder wir sind den Felsen entlang geklettert.

Es ist unglaublich woran man sich gewöhnen kann, ich bin 8 Tage lang nur Barfuß gelaufen inmitten von Riesenameisen, Spinnen und Salamandern. Es kam uns sehr zu Gute, dass Felipe Biologe ist. So haben wir sehr viel kennengelernt, allerdings macht es einem auch Angst. Alle Spinnen sind hochgiftig, es gibt viele Arten von Schlangen, Affen, Jaguare und Skorpione. Ein Freund hat einen 2 Meter großen Caiman gesehen. Ich habe ausser Spinnen (aber was für welche) und vielen vielen Ameisen nichts dergleichen gesichtet, ist vielleicht auch besser so.
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Die Schönheit des Dschungels und der Strände verschlägt einem den Atem, jeder würde am liebsten gleich dort bleiben, aber nach einer Weile holen einen ja doch die von uns erschaffenen Notwendigkeiten des Lebens wieder ein. Die erste heiße Dusche heute bei mir zuhause war schon wirklich toll und irgendwie ist es ja auch nett wenn man nur schnell die Straße überqueren muss um etwas zu kaufen, von dem man sich einbildet man bräuchte es gerade.

Ich war in den letzten Tagen sehr dankbar. Für alles, für einfach alles. Wir sollten unser Leben viel mehr zu schätzen wissen. Am Sonntag ist mein Hund gestorben. Meine Kessy war der beste Hund der ganzen Welt, aber ich denke es geht ihr gut im Hundehimmel und ich weiß, dass sie ein tolles, langes Leben hatte.

Vorgestern haben wir uns auf den Rückweg nach Cartagena gemacht. Für die vielleicht 200km haben wir zu Fuß und mit dem Bus fast 9 Stunden gebraucht.

Endlich in Cartagena angekommen, sind wir mit dem Taxi zu der Wohnung von Felipe’s Tante gefahren. Und da war sie – die Stadt – Cartagena de Indias – die angeblich schönste Stadt Südamerikas. Wir sind durch ein Viertel gefahren, welches ich lieber nicht gesehen hätte. Oder vielleicht doch, denn ich habe wieder einmal meinen Horizont erweitert. Es war wohl eines der ärmsten Viertel die man in Kolumbien zu sehen bekommt. Die Bilder werden mich mein Leben lang begleiten. An die allgegenwärtige Armut habe ich mich ja mittlerweile fast gewöhnt. Aber das war Rock-Bottom, es sind Lebensumstände, die sich unser eins nicht einmal im Traum vorstellen kann. Die Menschen dort haben nichts aber auch garnichts. Stromleitungen und Abwasserkanäle gibt es erst garnicht. Häuser auch nicht, die Abtrennung besteht lediglich aus Stöcken, die sich im Wald finden. Es wächst kein Baum, alles ist verschmutzt. Die Menschen leben auf einem Sumpf von Müll und Abwasser. Es riecht nach Müll, Urin und Krankheit. Ich weiß nicht wie ich es beschreiben soll, ich war absolut fassunglos. Das ganze streckt sich für mindestens 2km hin. Fotos gibt es nicht, ich habe es nicht übers Herz gebracht. Die Bilder die ich vor Augen habe lassen mich nicht mehr los. Man fühlt sich so hilflos, denn man weiß nicht wo man anfangen soll. Man weiß ja, dass Armut existiert, aber wenn man sie mit eigenen Augen sieht, verändert sich das Weltbild.

So habe ich innerhalb von einem Tag den schönsten und traurigsten Ort in meinem Leben gesehen. Und so ist Kolumbien.

Denkt daran, wenn ihr das nächste mal den Kühlschrank aufmacht.

Ich bin immernoch fassungslos. Und ich bin dankbar.

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Es weihnachtet so gar nicht…

30 Grad und Sonnenschein. Kein Weihnachten für mich dieses Jahr. Um dieser Stimmung etwas entgegenzuwirken, habe ich gestern kurzentschlossen ein Lebkuchenhaus gebacken.

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Zugegeben – es ist nicht das allerschönste, aber für den ersten Versuch finde ich es recht gelungen. Für die Kolumbianer ist es ganz was Neues und sie finden es den wohl schönsten Keks der Welt 🙂 Mauricio und July, meine fleißigen Helfer, wollten mir erst garnicht glauben, dass so etwas überhaupt funktioniert.

Schade nur, dass wir es nicht hinstellen können, sondern in einem Beutel lagern müssen – an die Kakalaken hatte ich nicht gedacht 😉

Am Samstag geht es in karibische Gefilde, die Familie von Felipe hat ein Haus in Cartagena, da werden wir es uns erstmal richtig gut gehen lassen 🙂

Ein Frohes Fest euch allen!

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Tierra Querida

Nun hab ich endlich etwas mehr Zeit um ausfuehrlicher zu berichten. Also fange ich am besten mal am Anfang an…

Am Donnerstag nachmittag (den 30. November) bin ich mit July, Moni, Jeff und Pedro los gefahren Richtung Bogotá. Wir sind extra einen Tag frueher los um sicher zu gehen, dass wir das Konzert am Freitag abend nicht verpassen – man weiss ja nie.

Nachdem wir ein paar Stunden durch das wunderschoene oestliche Antioquia gefahren sind, kamen wir in einem Tal an, in dem ich zum ersten Mal eine richtige tropische Hitze erlebt habe. Vorbei an der Hacienda von Pablo Escobar und weiter Richtung Cundinamarca. Puenktlich zur Daemmerung und auch noch im heissesten Ort auf der gesamten Strecke hat der kleine Mazda aufgegeben und wir hatten mitten in der Pampa einen Motorschaden.

Wir, die wir alle rein garnichts von Autos verstehen, standen also da. Es war dunkel, es war heiss und niemand kam auf die Idee anzuhalten und zu fragen ob er vielleicht helfen koennte. Eine halbe Stunde spaeter hatte jemand Erbarmen und hat uns geholfen. Waehrend die Herren zwei Stunden am Auto gebastelt haben, wurde ich von den Muecken zerfleischt. Man sagt auch, die Muecken haben hier Zaehne. Ich kann das bestaetigen. Das Auto wieder halbwegs flott und wir sind weiter gefahren.

Circa eine Stunde spaeter, fing das ganze von vorne an. Auto tot, July mit leichter Lebensmittelvergiftung. Es blieb uns nichts anderes uebrig als in einem Dorf namens Honda zu uebernachten. Ein Dorf wie es im Buche steht. Eine sehr merkwürdige Atmosphäre liegt in der Luft. Es ist heiss.

Zu fuenft in einem Zimmer, aber immerhin hat die Nacht jeden nur einen Euro gekostet.

Am naechsten Tag, das Auto endlich repariert, wir wollen unsere Sachen aus dem Zimmer holen – geht die Tuer nicht mehr auf. Nach ueber einer Stunde Verzweiflung und hoffnunglosem probieren kam der Besitzer und machte uns die Tuer mit einem Handgriff auf…wir kamen uns ziemlich daemlich vor.

Auf der Weiterfahrt machte das Auto schon wieder schlapp. Also haben wir gewartet und es spaeter nochmal probiert, es sprang an und lief dann auch bis Bogotá, allerdings nur ohne anzuhalten. An jeder Ampel haben wir gehofft und gebetet. Auf der Autobahn haetten wir fast einen Leguan ueberfahren, aber der war zum Glueck schneller als wir.

Apropos Autobahn – ein reinstes Vergnügen 😉

Aus den geplanten 8 Stunden sind also 30 geworden und wir haben es gerade noch so zum Konzert geschafft. Das war uebrigens toll, wenn wir auch alle ziemlich kaputt waren. Es ist kalt in Bogotá.

Am Samstag habe ich Raùl getroffen und er hat mich und Moni durch das Zentrum gefuehrt. Im Gold Museum waren wir auch. Wirklich beeindruckend.

Am Sonntag bin ich dann mit dem Bus in den Norden gefahren und wurde herzlichst von Felipe begruesst. Wir haben uns 3 Tage gemeinsam die Stadt angeschaut, es war ein tolles Wiedersehen. Er war sehr froh nach 3 Jahren endlich wieder in Bogotá zu sein und ich habe viele Freunde und Familie kennengelernt.

Bogotá ist so kontrastreich wie wohl kaum eine andere Stadt. Hier gibt es den Praesidentenpalast und 2 Blocks weiter eines der schlimmsten Armenviertel und eine der wohl gefaehrlichsten Strassen der Welt. Das haben wir auch am eigenem Leib erfahren. Wir standen an der Ampel, zwischen tausenden von Autos und ploetzlich versuchte eine merkwuerdige Gestalt uns den Blinker abzumontieren. Wir haben ihn gefragt was das soll, er riss uns den Seitenspiegel ab und rann weg. Willkommen in der Realitaet.

Bogotá ist eine wunderbare Stadt. Sie ist verrueckt, laut, chaotisch, wunderschoen, ausgesprochen haesslich, arm, und doch so reich. Es ist alles auf einmal, so paradox, so liebenswuerdig und doch zerreisst sie einen innerlich. Es ist ein Monstrum, aber ich habe mich dort sehr wohl gefuehlt. Das lag aber sicherlich auch daran, dass ich sie durch Felipe’s Augen sehen durfte.

Ich habe die Stadt mit einem Hauch Sentimentalitaet verlassen, ich waere gerne noch geblieben, und war doch froh ihr zu entkommen. Die Fotos vom ersten Teil der Reise kommen später, die sind auf Felipe’s Computer in Bogotá.

Am Mittwoch bin ich nach Manizales gefahren und Alina, Criss und ich haben uns am naechsten Tag eine Finca in Chinchina angeschaut, dort wo der angeblich beste Kaffee der Welt produziert wird. Ich muss zugeben, ich habe noch nie besseren Kaffee getrunken. Es ist interessant wie das alles produziert wird und Kaffeebohnen vom Strauch schmecken übrigens wie Zucker.

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Im Bus nach Chinchina, das Dorf (ziemlich hässlich) und das Trocknen von Kaffeebohnen.

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Am nächsten Tag haben wir unsere Tour in die Höhen der Anden gemacht (siehe letzter Beitrag).

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Die wenigen, die es bis auf 5140m geschafft haben und echter kolumbianischer Schnee, für Criss übrigens ganz was Neues.

Am nächsten Tag sind wir mit dem Bus weiter nach Salento gefahren, ein kleines, hübsches, verschlafenes Dorf etwas weiter südlich. Hier ist es als wäre die Zeit stehen geblieben. Ganz wunderbar, aber nach ein paar Tagen reicht es auch, denn man kann wirklich nichts machen außer wandern. Das haben wir auch getan und zwar zum Valle de Cocora, ein Tal übersäht mit riesigen Palmen, ich glaube einzigartig. Was für ein Anblick!
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Eine Riesenspinne (tellergroß), eine Baby-Tarantel und eine tote Schlange haben wir auch gesehen. Wir haben zufällig auch eine Extrem-Tour durch den Dschungel gemacht. Wir sind einen Tag einfach ein bisschen Richtung Tal gelaufen und haben einen Einheimischen gefragt ob es nicht zufällig einen Wasserfall in der Nähe gäbe. Der war ganz überrascht, weil es einen gibt, den aber niemand kennt weil er auf einem Privatgrundstück ist. Er hat und den Weg zu dem Besitzer beschrieben und gesagt wir sollten doch einfach mal fragen.

Bei dem Haus angekommen, fing es an zu regnen. Wir wurden sofort in das Haus eingeladen, haben Kaffee getrunken und Platano mit Käse gegessen (alles aus eigener Produktion). Das sind noch richtige Selbstversorger.

Nach dem Regen sollten wir dem Herren des Hauses folgen um uns den Wasserfall anzuschauen. Ich hatte mich schon gefragt warum er eine Machete mitnimmt, aber die Frage hat sich auch bald erübrigt. Es gab keinen Weg. Purer Dschungel. Die Erde nass, die Steine glitschig, der Hang sehr steil.

Er schlug uns also einen Weg frei und wir haben uns förmlich von Pflanze zu Pflanze gehangelt. Wir hatten wirklich Angst. Vor allem weil sich jede Pflanze an der ich mich zwischenzeitlich festgehalten habe, jederzeit eine Schlange hätte sein können.

Der Wasserfall war hübsch, aber der eigentliche Weg dahin stellt sich als die extremste Wanderung meines Lebens heraus. Im Nachhinein wars toll, dass wir es gemacht haben, aber zwischendurch wurde mir schon wirklich anders. Danach sahen wir drei auch sehr abenteuerlich aus 🙂
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Am nächsten Tag ging es zurück nach Medellín und wir waren mit meinen Leuten lecker Pasta essen und haben uns die berühmten Weihnachtslichter angeschaut. Auf dem Foto sieht es leider lange nicht so beeindruckend aus. Die können schon wirklich übertreiben hier…

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Am nächsten Tag ging es mit Amalia (einer sehr netten Israelin, die ich in Salento kennegelernt habe) nach El Penol auf den Guatape Felsen. Das ist ein 200m hoher Felsen, der dem Zuckerhut sehr ähnlich sieht. Von dort aus ist der Ausblick einfach fantastisch.

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Am Freitag ist unser gesamtes Büro umgezogen und ich gleich mit. Wir haben jetzt also ein ganzes Haus: unten Büro, oben Wohnung. Alles ganz wunderbar! Im Moment gibt es noch viel zu tun, ich freue mich sehr auf die kommenden paar Monate. Arbeit von zuhause aus – es könnte garnicht besser sein!

Seid lieb gegrüßt!